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P!NK IN DER TUI-ARENA HANNOVER – SONNTAG, 20. DEZEMBER 2009

















Nachdem P!nk mit ihrem fünften Album „Funhouse“ nahtlos an den Riesenerfolg des Vorgängers „I’m Not Dead“ anschließen konnte, durfte eine ausgiebige Tour nicht fehlen. Diese begann im Frühjahr und endete nun in der TUI-Arena in Hannover vor ca. 12.000 begeisterten Zuschauern auch mit einer kleinen Weihnachtsüberraschung für die Künstlerin. Und wer war dabei? Natürlich der hitparade.ch-Reporter.

Gespannt setzte ich mich mit meiner gesamten Familie ins Auto um bei sehr winterlichen Temperaturen und Eis und Schnee auf den Straßen einer hoffentlich großen Show entgegenzufahren. Und ich muss sagen, wir wurden keineswegs enttäuscht.
Nachdem wir zwei schöne - aber sehr kalte - Tage in Hannover, und dort vor allem auf dem Weihnachtsmarkt, verbracht hatten, begaben wir uns auf den Weg in die Arena und konnten nach sehr reibungslosem Einlass schnell unsere Plätze einnehmen – ideale Plätze genau gegenüber der Bühne.
Nach der – für meine Begriffe - etwas lauten Vorband Evermore aus Neuseeland, die pünktlich 20,00 Uhr auf der Bühne stand, musste zunächst die Lautsprechermusik für Stimmung sorgen. Vor allem Michael Jacksons „Don’t Stop Til You Get Enough“ heizte den Massen ein und so konnte die US-Amerikanerin ihre Show mit dem Titel „Bad Influence“ beginnen. Es reihte sich dann Hit an Hit: „Just Like A Pill“, „Who Knew“, Don’t Let Me Get Me“. Bei dem Divinyls-Cover “I Touch Myself”, dachte ich kurz, ich sei im falschen Konzert: Ähnlich wie Madonna in ihrer 1990er Show betouchte sich P!nk ziemlich unsittlich – und niemanden interessiert es mehr – welch Skandal war das noch vor 20 Jahren.
Unmerklich steuert die Show auf ihren ersten ganz großen Höhepunkt zu: „So What“....wie man weiß, schrieb sie diesen Song als Auseinandersetzung mit ihrer (damals) gescheiterten Ehe. In jeder Show steht ein Tänzer auf der Bühne, dem P!nk die Kapuze vom Kopf reißt und ihn auf ein Bett stößt, damit er so richtig mit Kopfkissen verhauen werden kann. Aber diese Show ist nicht jede Show – es ist die letzte der Tour und es steht dort niemand anderes als der Ex-(und nun wohl wieder-)Ehemann Carey Hart. Sie ist dermaßen freudig überrascht, dass sie kurzzeitig nicht weiter singt – und das Publikum ist hin und weg. Später sagt sie sinngemäß: Als ich dieses Lied schrieb habe ich mir gewünscht, es ihm einmal vor tausenden Leuten an den Kopf zu hauen/singen. Das ist heute in Erfüllung gegangen.
Gleich danach absoluter Stimmungsgegensatz – „Family Portrait“. Wer diesen Hit und vor allem das dazugehörige Video kennt, weiß was für eine Gänshautnummer das ist. Aber live unplugged ist es noch viel beeindruckender. In dieser Stimmung geht es weiter – „I Don’t Believe You“. Jetzt schreitet P!nk den Laufsteg anmutig nach vorne – größte Bewunderung übrigens dafür, dass sie mit solchen Schuhen nicht nur laufen, sondern auch tanzen kann. Ihr werden kleine Weihnachtsgeschenke entgegengeworfen, von denen vor allem eine Schachtel Zigaretten, die sofort mit den Worten „Thank you for the cigarettes“ den Weg in ihre Hosentaschen findet, ihre Aufmerksamkeit erhielt. Kleiner Kommentar von ihr nebenbei: „Ihr sollt doch nicht rauchen, das ist nicht gut......“ Danach sitzt P!nk nur mit ihren Background-Sängerinnen und zwei Musikern auf Barhockern und intoniert „Dear Mr. President“, über die Videowalls immer wieder Bilder von George Bush und die Greueltaten, die unter seiner Führung begangen wurden. An diesen Stellen muss man einfach einmal auf P!nks ungeheure Stimme aufmerksam machen, die auch live toll klingt.
Nach diesen ruhigen Momenten steuern wir mit „Crystal Ball“, „Trouble“ und dem Led Zeppelin-Cover „Baby, I’m Gonna Leave You“ auf den absoluten Höhepunkt des Konzerts zu. Bei „Sober“ lässt sich die Künstlerin zu einem Trapez hochziehen und liefert dort eine Show, wie ich sie bisher nur im Zirkus gesehen habe – und ganz nebenbei singt sie weiter...... Apropos Zirkus, die gesamte Bühnendekoration erinnert an eine Zirkusarena, alles wirkt bunt und unbeschwert, geradeso wie das ganze Konzert und vor allem auch die Hauptakteurin des Abends.
Eigentlich war es das - noch staunend und begeistert aufgesprungen klatschen wir uns die Hände wund und werden doch gleich Zeuge eines nächsten Highlights: „Bohemian Rhapsody“ In welcher Liga P!nk mittlerweile spielt, kann man hier mehr als deutlich erkennen. Ich bin kein Freund von Cover-Versionen und sich an Queen und Freddie Mercury heranzuwagen grenzt vielleicht schon etwas an Überheblichkeit, aber wie das hier umgesetzt wurde zeugt wahrlich von Größe – und das meine ich in vollster Überzeugung – „Mamma mia, Mamma mia, Mamma mia“ (Zitat aus „Bohemian Rhapsody“).
Dann steuert alles auf ein Finale hin, mehrfach wird sich verabschiedet, so soll alles wie eine Zugabe wirken – aber eine echte Zugabe bleibt uns heute verwehrt – wenigstens auf der Bühne hätte sich die Interpretin noch einmal zeigen können. Doch vielleicht war sie dazu auch einfach zu nass....nein, nein nicht nass geschwitzt, sondern nass getaucht. Bei „Glitter In The Air“ gibt es noch einmal eine akrobatische Einlage an einem Seil, in deren Folge P!nk in einer Luke versenkt wird. Damit schließt sich der Kreis, denn am Beginn der Show in Hannover entstieg eben aus dieser ein Weihnachtsmann (in anderen Konzerten wohl P!nk selbst). Ich dachte, nun damit war’s das dann wohl – aber geirrt. Sie wurde am Seil wieder emporgezogen und bei einer heftigen Drehung wird allzu deutlich, dass sich unter der Luke ein Wasserbecken befunden haben muss. Wie ein „begossener Pudel“ verlässt Alecia Beth Moore alias P!nk die Bühne und damit die letzte Show der Funhouse-Tour 2009, bei der wir glücklicherweise anwesend sein durften, chapeau!
Hannes


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