SUCHE

LESLEY MEGUID AM 04.11.2010 IN WINTERTHUR







Die LESLEY MEGUID wandelt auf Solopfaden - Im Mai veröffentlichte die ehemalige REDWOOD Frontfrau ihr Debut „The Truth About Love Songs“ und begeisterte weit herum. Schnell hatte sie eine ansehnliche Tour zusammen, mit Konzerten, die stets sehr gut besucht waren und viele zufriedene Gäste zurückliess. Nun folgte der mal vorläufige Tour-Abschluss in Winterthur innerhalb der Konzertreihe Molton.

Molton ist eine kleine, aber feine Konzertreihe, die jeweils im Theater am Gleis neben dem Hauptbahnhof Winterthur stattfindet, wobei man den dort auftretenden Acts jeweils ziemlichen Handlungsspielraum lässt. Die einen nutzen ihn bis zum Äussersten, andere spielen einfach etwas zurückhaltender. Das ganze findet statt vor jeweils etwa 150 Leuten, die es sich in einer alten Theaterbestuhlung mit Klappsesseln bequem machen...

Lesley musste sich rein von der Art ihrer Musik nicht zurückhalten, konnte aber der Frische ihres Projektes wegen auch noch nicht gerade mit irgendwelchen Überraschungen auftrumpfen. Der Rahmen des Anlasses, der Ort und die sehr dezente Beleuchtung trugen aber zu einer sehr angenehmen Grundstimmung bei. Nebst ihren neuen Songs hatte sie ihre Band dabei, die nebst Lebenspartner Matt Thomas am Bass noch mit Domi „MyKungFu“ Schreiber an der Gitarre, Peter Finc an den Percussions (welcher auch bei William White mitspielt und gerade selber noch ein Solo-Album veröffentlicht hat) und Peter Haas am Schlagzeug (Krokus, Poltergeist, Sina usw.) komplettiert wurde

Lesley begann ihr Set alleine und akustisch und startete mit den feinen Songs „The Best Man“ und „Stuck In A Room“. Schnell wurde auch klar, nebst einer guten Sängerin hat man es hier auch mit einer guten Entertainerin zu tun. Ihr allgemein sehr unkompliziert erscheinendes Wesen liess sie gekonnt spielen. Oft wurde an diesem Abend gelacht und niemand hätte es gestört, wenn sie Bier getrunken und danach laut gerülpst hätte. Genau diese Unbekümmert- und Lockerheit schlägt sich auch musikalisch nieder. „Kanoodle“ oder „The Kissing Song“, alles kommt recht flockig daher. Sie ist nicht eine dieser aktuell so beliebten Singer/Songwriterinnen, die mit komplizierten Melodien, verschachtelten Textphrasen und „Ich bin im Fall speziell“-Getue auffallen. Ich will nicht sagen, es sei dann simpel oder anspruchslos, aber es ist einfach alles näher beim Leben des Normalbürgers, sie könnte auch die Frau sein, die am Kiosk Zigaretten verkauft oder im COOP die Milchprodukte auffüllt. Aber nichtsdestotrotz mit viel Hingabe und Leidenschaft, und immer mit diesem Positiven, es muss ja nicht immer alles dunkel sein auf Erden. Wenn aber doch, dann ist sie sicher ein Stück Sonnenschein.

Das Set wurde in zwei Teilen bestritten. Während es im Ersten doch eher ruhig und sachlich zu und her ging, zeigte sich im zweiten Teil die Band vermehrt und setzte sich sehr schön in Szene. Musste sie auch, Nicht zu sagen, Lesley sei langweilig, aber würde sie alleine mit einer Gitarre auftreten, hätte man es wohl nach 30 Minuten gesehen, zu wenig Abwechslung würde geboten. Aber wenn man einem Domi Schreiber in einzelnen Songs mal zwei drei Minuten zur Verfügung stellt, dann zaubert er wunderbare Gitarrenspielereien. Peter Finc hat auch immer noch irgendeine Glocke oder was weiss ich im Ärmel, um öde Parts etwas lockerer zu gestalten. So entstehen aus den mund- oder besser gesagt ohrgerecht formatierten Songs auf CD doch noch diverse Bijous, bei denen man sich als Zuhörer treiben lassen kann und man kurz versinken vermag.

Als Zugabe mussten „Phone Booth“ und natürlich „My Favorite Song“ hinhalten. Gerade letzterer ist eine doch mal lustige und unverkrampfte Möglichkeit, etwas nachzumachen, und doch eigenes zu erschaffen. In ihrem Mix aus ca. 25 verschiedenen Songs hat sie etwas erschaffen, was schon fast ein Markenzeichen ist, weil jeder, der sie schon live gesehen hat, sich mindestens an diesen Song erinnern kann.

Nach nicht ganz zwei Stunden war das Ganze dann vorbei. Ein Abend zum Geniessen und sich gut unterhalten zu lassen, ohne grosses Spektakel und ohne Theater. Ich kann sie insofern sehr weiter empfehlen, bin aber gespannt, was sie weiter bringt in musikalischen Aspekten. Ob das, was sie jetzt macht weiterhin ihr Weg ist und auf die Dauer einen gewissen Erfolg bringt, weiss ich nicht, da hab ich auch meine Zweifel. Zu viele machen das Selbe und treten an jeder Strassenecke damit auf. Ich denke aber auch nicht, dass sie ihr Potenzial bereits ausgeschöpft hat und wünsche ihr in der Zukunft alles Gute und werde gerne wieder reinschauen und mich überraschen lassen.
fuedlibuerger

Linktipps:
Lesley Meguid Offiziell
Molton
Künstlerportal auf hitparade.ch

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?