SUCHE

GOTTHARD IM HALLENSTADION AM 8. DEZEMBER 2005

Gotthard kehrte nach einer ausgiebigen Europatournee wieder zurück in die Heimat und spielte noch einmal ein paar grössere Konzerte für Ihre Fans, unter anderem im Hallenstadion in Zürich.

Die Fanschar, die ins Hallenstadion pilgerte war an diesem Freitag gross und die Freuden unter ihnen gross. Mussten sie doch nach ein paar Festivalauftritten im Sommer monatelang warten, bis sie ihre Helden wieder sehen durften, da Gotthard quer durch Europa zog und sich auch den Fans in Spanien, Deutschland, Österreich und anderen Ländern zeigte.

Bevor’s aber mit den Hauptakteuren los ging, machten sich QL daran, die gut gefüllte „Halle“ aufzuheizen. Mein Geschmack und Verständnis treffen sie bei weitem nicht, diese Funpunker, aber ihren Job als Anheizer machten sie wohl gut, sangen alsbald nicht nur die vordesten Reihen im Chor mit, sondern ertönten die Refrains schnell auch von den Stehplätzen herunter.

Nach einer Umbaupause betraten dann die Jungs, die vom Publikum heissblütig erwartet wurden die Bühne und legten sich von Beginn weg kräftig ins Zeug. Mussten sie auch, wurde doch diese Show für eine Live-DVD aufgenommen. Das Publikum zog vom ersten Ton an mit und feuerten Steve Lee, Leo Leoni und den Rest der Truppe kräftig an. Gotthard legte am Anfang ihre eher härtere Seite an den Tag und sparte nicht mit Gitarrenriffs. „Dream On“ und anderes von der neuesten Scheibe reihte sich nahtlos in die altbekannten Songs wie unter anderem dem Deep Purple-Klassiker „Hush“ ein. Für mich kam dies allerdings etwas gar programmiert daher. Als Vergleich nahm ich die Pre-Release-Show im Bierhübeli, dort kamen mir die Jungs viel lockerer und spontaner vor, mit mehr Freude an der Sache, hier wirkte irgendwie alles so gestellt. Den Fans gefiel’s jedoch und das Hallenstadion mutierte zu einer riesigen Festhütte, wo mitgetanzt, gesungen und gefeiert wurde. Und dies von einem Publikums-Mix, den ich vorher noch nie bei einem Hardrock-Konzert gesehen habe – von ganz Jung bis ganz alt, und alle machten vergnügt mit. Bei mir kam dieses Hardrock-Gefühl jedoch erst nach einer Rempelei direkt neben mir auf, aber genau da schalteten Gotthard einen Gang runter und spielten ihre Balladen, wofür sie weit herum bekannt sind. Hit reihte sich an Hit und es wurde wieder schneller und härter und alsbald erschien Steve Lee mitten im Publikum auf einem Podest an einem Schlagzeug. Dies hat mich dann wirklich beeindruckt. Der Sänger duellierte sich dann während Minuten mit Hena Habegger und trommelten sich fast ins Nirvana, ein Solo jagte das nächste. Eine solche Einlage macht Spass. Erst ab diesem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, dass sich das ganze etwas gelöster zeigte. Und die nachfolgenden Songs kamen dann etwas spontaner und den Fans wurde eine rund zweistündige Show geboten, welche mit einem Led Zeppelin Klassiker ihren Abschluss fand

Unter dem Strich war es für mich nicht’s herausragendes, ich werde mir Gotthard sicherlich wieder zu Gemüte führen, hoffe, dass ich dies wieder in einem kleineren Rahmen machen kann, wie zum Beispiel im Bierhübeli. Auch wenn diese fünf Jungs sicher die erfolgreichste Rock-Band aus Helvetien sind, muss es ja sicher nicht gerade das Hallenstadion sein. Klar möchte man sich auf einer DVD möglichst gross präsentieren, aber ich denke für mich als Fan der Schweizer Pop- und Rock-Musik wären die kleineren Auftritte im Ausland wesentlich interessanter zum Daheim anzuschauen. Was mich jedoch wirklich beeindruckt hat, sind die Fans, sie sind treu und feiern sie wie Superstars, selten sieht man solche Fans bei einer Schweizer Band.
Fuedlibuerger

Linktipps:
Discographie von Gotthard
Offizielle Website von Gotthard

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?