SUCHE

ROCK SOUND FESTIVAL HUTTWIL - 7.-9. JULI 2006


Open Season


Tomazobi


William White

Vom 7. bis zum 9. Juli 2006 wurde Huttwil von namhaften Bands gerockt. Das Nationale Sportzentrum Huttwil wurde von einigen tausend Musikfans überströmt, welche bei einer tollen Stimmung zahlreiche Konzerte erlebten.

Gestartet wurde am Freitag mit viel Unbekanntem und Neuem. Und da es bei der Anfahrt aus Winterthur bis Langenthal einfach nur geschüttet hatte, sich aber mirakulös der Himmel innert Minuten seinem schweren Wolkenmantel entledigte, macht ich es mir draussen gemütlich, wer weiss, ob sich das Wetter denn halten würde...

Tat es, dies gleich vorne weg. Erster Profiteur des aufgekommen Hochdruckgebietes war Ad-Rian. Sozusagen aus der Nachbarschaft angereist, präsentierte er sich gewohnt locker und erfahren, und demonstrierte, dass man als Singer/Songwriter auch ohne weiteres unkomplizierten Rock machen kann. Die musikinteressierte Gemeinde hielt sich jedoch gekonnt zurück und erwies der doch soliden Leistung von Ad-Rian nicht die gebührende Ehre.

Anstatt zu schauen, was in der Halle passierte, haben wir uns neuen Bekanntschaften hingegeben und abgewartet, bis die neuen Rock-Queens Helvetiens die Aussenanlage betraten. Viel Vorschusslorbeeren konnten die drei Ladies ernten, und in grossen Lettern vermochten Schweizer Tageszeitungen darüber berichten, dass ein hübsches Trio in England gewisse Erfolge zu feiern vermag – The Delilahs.
Während die vordersten Reihen diese Meinung der Medien gänzlich zu teilen vermochte, war es ein paar Meter weiter hinten bereits kritischer. Aber unter dem Strich waren wir uns alle einig, es war laut und es rockt, und das ist gut so.

Und zwischen zwei Bier unter freiem Himmel und diversen selten ernsthaften „Experten-Diskussionen“ über das Schweizerische Musikschaffen haben wir dann souverän verpasst, Patent Ochsner in der Halle zu besuchen, viel mehr weckte der Sound-Check von der Aussenbühne unser Interesse. Da spielten sich nicht nur diverse Gitarristen ein, sondern auch noch ein kompletter Bläsersatz – The Locos! Leute aus dem Umfeld und Mitglieder der baskischen Truppe Ska-P enterten alsbald die erhöhten Bretter und schmetterten schnörkellosen Ska-Punk ins Publikum, welches von der ersten Sekunde an begeistert mitmachte. Ehrlich gesagt, einen Unterschied zu Ska-P konnten wir nicht wirklich feststellen, aber was soll’s. Die Combo war ein Reisser und kann wirklich als das Highlight des Abends bezeichnet werden.

Noch etwas müde kam ich am Sonntag morgen beim Nationalen Sportzentrum Huttwil an. Auf dem Ticket stand Beginn 10:30 Uhr und da am Anfang gleich Tomazobi den „Weckdienst“ hatten, wollte ich mir diese drei Berner Jungs nicht entgehen lassen. Leider musste ich mich noch rund eine Stunde gedulden, bis die ersten Takte von Tobi, Maze und Obi über die Lautsprecher hallten. Sofort gesellte sich anwesendes Volk zur Open Air-Bühne und die Stimmung war sehr schnell ausgelassen. Wie sonst keine andere Band machten sie fast nach jedem Song Werbung für ihr Album „Chue“ welches nach dem Konzert von etlichen neu gewonnen Fans gekauft wurde.

Nach einer Umbaupause trat dann William White mit seiner Band The Emergency auf die Bühne. Aber an einen Notfall war von der Stimmung her nicht zu denken. Mit ihren sommerlichen Songs von Soul, Pop bis etwas Funk zeigte die ganze Band während dem etwa einstündigen Auftritt was sie drauf hatte. Von der souligen Stimme von William White über coole Bassläufe, jazzige Trompeten, Saxophon-Einlagen und Gitarren-Solos stimmte hier alles. Dem Publikum gefiel es sichtlich, überall sah man Leute, die sich zur Musik bewegten und mitklatschten.

Kaum waren die letzten Unplugged-Sounds von William White und seiner Gitarre verstummt, ging es in der Halle pausenlos weiter mit Open Season. Ska, Rocksteady und Reggae an einem Rock Sound Festival? Ob dies gut kommt, fragte sich auch die Band rund um Frontmann Santosh Aerthott vor ihrem Auftritt. Dass es gut kam, sahen sie während ihrem Gig: überall nur fröhliche Gesichter und Menschen, die bei jedem Song mitgingen und dazu tanzten. Stimmungsmässig war dies für mich das beste Konzert des Tages.

Danach ging’s wieder aus der Halle zu Dada (ante portas). Auch sie vermochten mit ihrer Mischung aus Rock und Balladen zu überzeugen. Ich selber legte eine Pause ein und verpflegte mich an einem der zahlreichen Essens-Ständen, die wirklich alle Wünsche abdeckten.

Christina Stürmer begann dann am späteren Nachmittag wieder in der Halle. Obwohl sie vom Publikum toll empfangen wurde, sprang der Funke irgendwie nicht so auf’s offenbar müde und von der schwülen Hitze gezeichneten Publikum über. So hielt sich die anwesende Schar eher passiv, kam jedoch bei den bekannteren Songs wie „So wie ich bin“ und „Ich lebe“ aus sich heraus und es wurde lauthals mitgesungen. Zwischen den bereits erwähnten Liedern spielte sie auch bereits einige vielversprechende Songs aus ihrem neuen Album, welches im Herbst 2006 erscheinen soll.
Fuedlibuerger und Claude

Linktipps:
Offizielle Website des Rock Sound Festival Huttwil

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?