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MOTHERS FINEST IM Z7

Mothers Finest im Z7 - 21. Dezember 2004





Musikalischer Roquefort
Nach einem Konzert von Mother’s Finest meinte Polo Hofer einst anerkennend: “Gäge die si Krokus wie Chalet-Chäsli!”. Das ist mehr als 20 Jahre her, aber es hat sich nicht viel geändert. Mother’s Finest sind immer noch musikalischer Roquefort. Die amerikanische Formation, die in Europa stets mehr Erfolg hatte als in ihrer Heimat, spielt jede andere Band mit Leichtigkeit an die Wand. Natürlich sind alle Protagonisten älter geworden (aber es sind immer noch vier Original-Mitglieder mit dabei), aber geschickt werden die Einsätze aufgeteilt. Mal ist das Spotlight auf dem Gitarristen Moses Mo, dann auf dem Bassisten Wyzard oder der Sängerin Joyce Kennedy. In der Konzertfabrik Z7 in Pratteln spielten Mother’s Finest volle zwei Stunden, die obligaten neunzig Minuten plus drei Zugaben.

Goldener Mittelweg gefunden
Eine Band wie Mother’s Finest, die ihren grössten kommerziellen Erfolg vor zwanzig Jahren hatte, kann es eigentlich nur falsch machen. Entweder sie spielt die Hits von anno Schnee und wird als uninspiererter, abgetakelter Oldie-Act abgetan oder sie spielt neues Material und stösst auf das Unverständnis der Fans, die die ‘guten alten Zeiten’ aufleben lassen wollen. Mother’s Finest hat den goldenen Mittelweg gefunden. Die Klassiker ‘Mickey’s Monkey’, ‘Baby Love’ oder ‘Can’t Fight The Feeling’ gehörten alle zum Repertoire, wurden aber mit Gusto neu interpretiert beziehungsweise modernisiert. Dazu kamen aber auch neue Kompositionen der Band, häufig rockiger und härter als die funkigen Sounds der End 70er.

Unglaubliche Bühnenpräsenz
Eigentlich tragisch, dass eine Band wie diese ohne Plattenvertrag dasteht und in mittelgrossen Klubs tourt. In den letzten zehn Jahren veröffentlichten Mother’’s Finest gerademal zwei CDs. Dabei müsste die Sängerin Joyce Kennedy den Vergleich mit Tina Turner nicht scheuen. Sie hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und überzeugt sowohl bei Uptempo-Nummern als auch bei Balladen. Ihr Gesangspartner Glenn Murdock blieb im Vergleich dazu an diesem Abend beinahe farblos. Der Gitarrist Moses Mo, der zur Zeit an einem vielversprechenden Solo-Album arbeitet, scheint dauern unter Strom zu stehen. Nicht nur das seine Haare meistens bergwärts stehen, der ganze Mensch schüttelt und zittert bei jedem Riff.

Nach Pratteln hatten Mother’s Finest noch zwei Konzerte auf der Agenda, dann ist Pause. Es bleibt zu hoffen, dass sie bald wieder den Weg in die Schweiz finden oder uns wenigstens in Form einer neuen CD die Wartezeit versüssen.
drjazz

Empfohlene CD:
Mother’s Finest: The Very Best Of Mother’s Finest (Sony Special Products A-28524)

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